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Suited
Connectors
by
al
Dies
ist einer der englischen Begriffe, die sich nur in sehr holpriges
Deutsch übersetzen lassen: einfarbig verbundene Karten! Gemeint
sind damit aufeinanderfolgende Werte, wie etwa 7 - 8, 8 - 9, J -
Q, in der gleichen Farbe, die sowohl die Möglichkeit zum Flush
anbieten als auch das Maximum an Möglichkeiten zur Straße.
Meistens
werden diese Karten bei weitem überspielt, die Verbesserungschancen
hoch überschätzt. Allerdings, Empfehlungen zu tightem,
vorsichtigen Spiel, raten grundsätzlich davon ab, auf ein solches
Blatt, sofern die Werte unter 10 liegen, überhaupt einen Einsatz
zu verschwenden. Von Webseiten erstellte Statistiken zeigen, dass
einfarbige Holecards, auch in aufeinanderfolgenden Werten, unter
10 - 9 zu den langfristigen Verlierern zählen. Und trotzdem
sind sie spielbar!
In
Limitpoker geht Berechnung immer über Strategie! Nehmen wir
also den Simulator zur Hand und vergleichen die Gewinnchancen:
26,3%
23,9%
23,5%
8,2%
18,2%
(Nachdem
Simulatoren meist nicht auf Berechnungen, sondern auf tatsächliche
ausgetragenen Spielen basieren, kommt es in den einzelnen Fällen
zu ähnlichen, doch keineswegs exakt gleichen Werten!)
Die
zum Vergleich genommenen Gegenkarten entsprechen einer durchaus
üblichen Konstellation. Tauschen wir das zu analysierende Blatt
nun von 8 - 7 auf 5 - 4, in der gleichen Farbe, steigt die Gewinnwahrscheinlichkeit
auf 20,4%. (So zeigts der Simulator und ich habe nicht nachgerechnet
warum!) Ersetzen wir dann 10 - 10 durch ein wesentlich schwächeres
Blatt von 10c - 9h (entweder vom Big Blind gespielt oder von einem
unverbesserlichen Optimisten), steigt die Gewinnchance (für
5s - 4s) auf 21,5%. Wir sehen, es sind in jedem Fall annähernd
20%, gegen 4 Spieler, was den erbrachten Einsatz mit dem Volumen
des Pots in eine gesunde Relation stellt.
Zwei
wesentlich Punkte sind hier natürlich zu berücksichtigen:
Erstens, auf derartige Grenzfälle bringen wir nur dann Einsätze,
wenn wir in später Position sitzen, das Risiko einer Erhöhung
und damit verbundener Verkleinerung des Feldes minimiert wissend,
im weiteren Verlauf als letzter sprechen, und, zweitens, dass wir
uns von diesem Blatt ohne zu zögern verabschieden, wenn der
Flop nicht wirklich zu unseren Gunsten ausfällt, wie etwa durch
ein Vierflush, einem beidseitigen Straßeneingang, zwei Paaren
oder - im Falle niedriger Flops - eines Toppaars.
Erzielen
wir langfristig dadurch Gewinne? Das ist schwer zu sagen! Gewiss
ist der Erfolg sehr nahe von pari. Allerdings zeigen wir den Gegnern,
dass wir nicht nur Topkarten spielen und verringern das Risiko allgemeiner
Potflucht, sobald wir einen Einsatz bringen. In Einzelfällen,
vor allem gegen aggressive Spieler, kann solches Blatt zu überraschend
hohen Pots führen, wie im folgenden Beispiel, das mir kürzlich
online passiert ist.
Am
Button spielte ich
,
drei Caller vor mir und keine Erhöhung! Small Blind ging ebenfalls
mit, Big Blind erhöhte und der nachfolgende Spieler, UTG, brachte
eine weitere Erhöhung! Hätten die Nachfolgenden beide
gepasst, hätte ich mich von meinem Einsatz verabschiedet. Einer
erbrachte jedoch die beiden kleinen Einsätze! Von Small Blind
erwartete ich, dass er passte; Big Blind liebte Risiko. Zwar war
die Wahrscheinlichkeit nicht ganz auf meiner Seite, doch wollte
ich meine Gegner etwas verwirren und erhöhte nochmals aufs
Maximum. Wie erwartet, Small Blind passte, Big Blind ging mit und
ebenso die beiden anderen. Und dann kam der Flop:

Big
Blind checkte, UTG brachte einen Einsatz, der Nächste ging
mit und ich erhöhte. Big Blind passte, UTG erhöhte nochmals,
der Nächste verabschiedete sich und ich ging - ohne weitere
Erhöhung (!!!) - mit. Big Blind brachte den einen fehlenden
Einsatz.
Der
Turn: 
Big
Blind checkte, UTG setzte, ich erhöhte, Big Blind passte, UTG
erhöhte nochmals und ich brachte das Maximum! Vor 9 - 8 hatte
ich keine Angst! Niemals hätte er damit vor dem Flop, in dieser
Position, erhöht. Was mir gewisse Sorgen bereitete, war die
Gefahr eines getrippten Pocketpairs. Doch, wie üblich, hielt
ich mich an die Wahrscheinlichkeit - und die ließ mich ein
Overpair oder vielleicht A - K vermuten (dank meiner eigenen, dritten
Erhöhung, erwartete mein Gegner mit Sicherheit, dass ich selbst
über hohe Kartenwerte verfügte).
Als
am River eine Dame fiel dominierte meine Vorsicht; könnte er
doch Q - Q in der Hand halten. Ich ging bei seinem Einsatz schlicht
mit! Was zeigte er mir (freiwillig)? A - A! Und dieser Pot entschädigte
mich für eine ganze Menge verlorener Chips in der ersten Einsatzrunde,
wenn zu meinen Suited Connectors nichts Passendes auf den Tisch
fallen wollte.
Wie
immer, rate ich natürlich zur Vorsicht! Und nicht vergessen:
solche Karten spielen wir aus guter Position.
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