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Pokerschule
für Einsteiger
11.
Ein paar Worte zur Disziplin
Für
Gelegenheitsspieler ist oft die Verlockung sehr groß, in nicht
ganz so guter Verfassung den Computer einzuschalten und ein paar
Runden Poker zu spielen. Vielleicht spätabends, müde -
oder gar nach ein paar Gläschen Bier. Wir freuen uns zwar,
wenn wir solche Gegner vor uns haben, berücksichtigen dies
auch gerne, wenn wir die Tageszeit betrachten, doch sollten wir
uns selbst keine derartigen Disziplinlosigkeiten erlauben.
Auch
sind leichtfertige Einsätze und Erhöhungen, weil es ja
doch nur ein paar Cents sind, nicht gerade günstig für
den Aufbau der Bankroll. Es ist also immer ratsam, die Höhe
der Chips in Relation zur Bankroll zu bewerten - und nicht in Relation
zur Kaufkraft (was übrigens bei hohen Einsätzen ebenso
der Fall sein sollte).
Poker
ist ein Spiel, bei dem der Erfolg zu einem großen Teil auf
entsprechender Geduld beruht. Haben wir also gerade eine halbe Stunde
totzuschlagen, und denken, dies durch ein paar Hände Poker
zu tun, dann könnte es durchaus sein, dass wir uns für
diesen limitierten Zeitraum ein Ziel stecken. Ungeachtet wie nieder
dieses Ziel sein mag, es könnte negativen Einfluss auf unser
Spiel haben. Insbesondere dann, wenn wir in die Verlustzone gleiten,
und dies in kürzester Zeit aufholen wollen.
Vermeide
also Ablenkungen. Der Fernseher im Hintergrund, Emails lesen, im
Web surfen, Telefongespräche, Unterhaltungen mit Anwesenden,
all das lenkt dramatisch vom Spiel ab, auch wenn wir es in der gegebenen
Situation nicht immer wahr haben wollen. Möchten Du wirklich
das Telefon abnehmen, dann klicke vorher auf "Sit Out"!
Wenn
Du mit Pokervarianten, mit denen Du nicht wirklich vertraut bist,
vielleicht Omaha oder Stud, experimentieren möchtest, dann
tu dies, zumindest bis Du eine gewisse Erfahrung hast, mit virtuellem
Geld oder um Minimaleinsätze. Die Erfahrung, die Du Dir im
Laufe von Monaten in Hold'em angeeignet hast, hilft nicht wirklich
bei Omaha Hi/Lo.
Wenn
sich die Gewinne auch regelmäßig einstellen, dann arbeite
trotzdem weiter daran, Dein Spiel zu verbessern. Jeder Profi weiß,
dass es kein perfektes Spiel gibt, sondern nur annähernde Perfektion.
Dazu kommt, dass sich allgemeine Tendenzen regelmäßig
verändern, und wir es somit immer wieder mit neuen Konfrontationen
zu tun haben.
Stellst
Du aber Verluste fest, dann rede Dich nicht auf Pech hinaus. Auch
nicht darauf, dass man gegen Calling Stations einfach nicht gewinnen
kann (was natürlich Unsinn ist, ansonsten alle erfahrenen Pokerspieler
als Calling Stations agieren würden). Nicht die vielen Caller
sind schuld, wenn Du an einem Tisch verlierst, sondern Du, weil
Du Dich der Situation nicht entsprechend angepasst hast.
Bist
Du also mit Deinem Erfolg nicht zufrieden, dann analysiere Dein
eigenes Spiel. Aus Fehlern lernen wir alle am besten, sobald wir
diese als solche erkannt haben. Entspricht es Deiner Gewohnheit,
mit 2-2 oder 3-3 zu erhöhen, und beobachtest Du dabei, dass
dies zu langfristigen Verlusten führt, dann ändere Deinen
Stil.
Nicht nur, dass Du mehr lesen und vielleicht auch in Foren diskutieren
solltest, mache Dir Notizen zu Deinem Spiel und denke in aller Ruhe
darüber nach.
Und
auf keinen Fall solltest Du Dir selbst gegenüber zu scheu sein,
Fehler zu erkennen und einzugestehen. Solltest Du über Tage
und Wochen verlieren, dann weisst Du dadurch auch, wie Du nicht
spielen solltest. Analysiere also Deinen Stil, bereichere ihn, oder
stelle ihn um.
Übung
macht den Meister, sagt ein altes Sprichwort. Auch Pokerprofis haben
einmal ihr Lehrgeld bezahlt. Doch haben sie eines getan: sie haben
ihr Spiel verbessert und sich dieses Lehrgeld - plus ansehnliches
Gewinn - wieder zurückgeholt. Warum sollte es Dir nicht gelingen?
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