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Pokerschule für Einsteiger

5. Outs und Odds

Sobald der Flop auf dem Tisch liegt, unterscheiden sich wertlose Karten, die sich bestenfalls für einen Bluff eignen, Made-Hands und Draw-Hands.

Unter Made-Hand verstehen wir grundsätzlich das bestmögliche Paar und besser. Dieses Blatt möchte verteidigt werden, das heißt, den Draw-Hands, jenen die sich erst verbessern müssen, sollte der Kauf der passenden Karte so teuer wie möglich gestaltet werden.

Verfügen wir also über eine Draw-Hand, vor uns erfolgt ein Einsatz, vielleicht auch noch ein Raise, dann lässt sich relativ einfach berechnen, ob sich ein Call, entsprechend der Wahrscheinlichkeit, lohnt.

Jene Karten, im unbekannten Restpaket, die unserer Verbesserung helfen, nennen wir Outs.

Ein Beispiel:

Mit 10 Karo - 9 Karo sehen wir folgenden Flop: Q Karo - J Pik - 3 Karo.

Von insgesamt 13 Karo im Paket sind 4 verteilt. Bleiben also 9 Karten für den Flush. Dazu kommen noch 3 Könige und 3 Achten für die Straße (die Karos, also auch K und 8, haben wir bereits gezählt). Zusammen wären das somit 15 Outs.

Von den 52 Karten sind uns 5 bekannt. Von den 47 unbekannten Karten ziehen wir die 16 passenden ab. Das Verhältnis zur Verbesserung beträgt somit 16 zu 31 oder knapp 1 zu 2. (Ein durchaus günstiger Draw.)

In diesem Fall lohnt sich ein Call, sobald unser Einsatz in einem Verhältnis von zumindest 1 zu 2 zum möglichen Gewinn steht. Am Limit-Tisch ist dies praktisch immer der Fall, ohne Limit, wenn der Einsatz des Gegners die Pothöhe nicht übersteigt.

Doch selten zählen wir so viele Outs. Wenn wir nur auf den Flush warten (ohne Straße oder Over-Card), dann zählen wir 9 Outs. Ein Open-Ended-Straight-Draw (OESD) wären 8, ein einseitiger Straßeneingang nur 4 Outs.

Zählen wir nur 4 Outs (47 - 4 = 43, 4 zu 43 = 1 zu 10,75), dann müsste ein Dollar Einsatz in einem Verhältnis zu elf Dollar Gewinn stehen (Odds: 1 zu 11), dass sich ein Call rechnen würde.

Du wirst beobachten, dass viele Deiner Gegner diesen Berechnungen keinerlei Beachtung schenken. Zwar führt dies gelegentlich zu sogenannten Bad Beats, wenn der Turn oder River, entgegen jeder Wahrscheinlichkeit, doch die passende Karte bringt, doch, langfristig gesehen, bringen solche Calls Verluste. (Wenn Du zehnmal einen Dollar verlierst, um einmal fünf zu gewinnen, ist die Bilanz deutlich negativ.)

Es gibt auch den Begriff der Implied Odds. Damit bezeichnen wir die erwarteten Einsätze der nachfolgenden Einsatzrunden. Inwieweit man diese berücksichtigen kann, hängt von der Dynamik des Tisches und von den Eigenschaften der Gegner ab. Am No-Limit-Tisch sind Implied Odds wesentlich öfter von Bedeutung, weil der günstige Kauf den gesamten Stack des Gegners einbringen könnte. Doch Vorsicht: nicht jeder Gegner ist zum Call bereit, wenn sich ein gefährliches Board zeigt.

Am Limit-Tisch sind sie meist nur dann entscheidend, wenn sich unser Call nur sehr knapp nicht rechnen würde bzw. wenn mehrere Spieler beteiligt sind, die in jedem Fall bis zum Showdown callen.

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