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Pokerschule
für Einsteiger
9.
Multi-Table-Turniere
Freerolls
und Turniere mit niedrigem Buy-in haben eines gemeinsam: die Mehrzahl
der Spieler scheut sich nicht vor früher Elimination. Saftige
Raises und All-ins sind die Regel.
Spiele
also in der ersten Phase sehr zurückhaltend. Bei jedem Limpen
verschwendest Du Chips, wenn Du weisst, dass Du ein Raise nicht
callen kannst - und ein solches meist erfolgt.
Bitte
dedenke dabei: Beginnst Du mit 1.500 Chips und investierst mehrmals
in Spekulationen, Dein Stack sinkt dabei auf 1.100 ab, und endlich
kannst Du verdoppeln, dann hast Du bloß 2.200 Chips vor Dir.
Wärst Du davor zurückhaltender gewesen, hätte Dich
die Verdoppelung auf knapp 3.000 gebracht.
Du
wirst beobachten, dass die Chipleader der ersten Stunde selten den
Final Table erreichen. Wichtig ist vor allem, dass Du Dich so lange
im Turnier hältst, bis die Blinds entsprechend ansteigen. Dann
brauchst Du das richtige Blatt zum richtigen Zeitpunkt. Da führt
kein Weg daran vorbei. Auch ein ansehnlicher Stack löst sich
mit zwei Bad Beats sehr rasch wieder auf.
Wie
vorsichtig oder aggressiv man in dieser Phase spielt, hängt
ganz von den Eigenschaften der Gegner am Tisch ab. Zwar hat man
nicht lange Zeit, deren Spiel zu analysieren, zu rasch lösen
Tische sich auf, doch sollte man sich an den erprobten Grundsatz
halten: Je öfter gecallt wird, desto seltener blufft man. Auch
sollte Dein Blatt, wenn Du den Zeitpunkt für einen Bluff günstig
findest, über ein gewisses Verbesserungspotential verfügen,
z. B. Straße oder Flush. Für den Fall, dass Du doch gegen
einen Gegner mit hohem Taschenpaar oder A-K anrennest, verbessersr
Du dadurch Deine Gewinnchance deutlich.
Verfüget
man über eine entsprechende Menge an Chips, so habt man, in
der fortgeschrittenen Spielphase, meist die Wahl, diesen zu gesteigerten
Angriffen zu nutzen oder sich passiv ins Geld (oder an den Final
Table) zu spielen, während sich die Gegner gegenseitig eliminieren.
Online
zeigt sich wesentlich mehr Risikobereitschaft als in Live-Turnieren.
Bedenke also, dass, wenn man einen Spieler, dessen Chips nur mehr
für einen Versuch ausreichen, angreifet, die Bereitwilligkeit
zum Call online wesentlich höher ist. Dies liegt grundsätzlich
daran, dass er sich bereits darauf eingestellt hat, sich für
ein neues Turnier anzumelden (oder ohnehin mit seiner Freundin ins
Kino möchte). Am Live-Tisch zeigt sich eine wesentlich stärkere
Tendenz, so lange wie möglich auszuhalten, um vielleicht doch
noch, durch ein kleines Wunder, aufzuholen.
Sitzt
man nun endlich am Final Table, so zeigt sich oft, dass einige Spieler
durch Aggression und günstigen Fall der Karten an diesen gelangt
sind. Diese Spieler neigen zu riskanten Angriffen (auch das gelingt
online wesentlich häufiger als in Live-Veranstaltungen). Nutzen
also deren Angrifflust mit den passenden Karten.
Möchtest
Du Dich für den Fall, dass Du es bis zum Final Table schaffst,
entsprechend vorbereiten, dann kannst Du in Sit&Go-Turnieren
dafür über. Short-handed No-Limit-Poker bedarf in jedem
Fall Erfahrung, die man dort am raschesten sammeln kann.
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